90er‑Star aus Dortmund - Der Wolf und was aus ihm wurde
Shownotes
30 Jahre ist es her, da lief dieser Song rauf und runter: „Gibt’s doch gar nicht…" Jens Albert - genannt "Der Wolf" wurde damit über Nacht zum Star. Doch der ganze Ruhm hatte auch seine Schattenseiten: Der Druck, die Termine, das Leben im Rampenlicht – irgendwann wurde dem Dortmunder Rapper alles zu viel. Er hat die Reißleine gezogen. Heute ist er der Musik trotzdem treu geblieben – arbeitet als DJ und als Musikdozent und gibt seine Erfahrung an andere weiter. Helga Kretschmer aus dem Radio 91.2‑Team spricht mit ihm über diese besondere Zeit, über Höhen und Tiefen – und darüber, was vom damaligen Hype geblieben ist.
Transkript anzeigen
00:00:00: Also wenn ich so mein komplettes erstes Album nochmal so durchhör, muss ich hier und da ein bisschen schmunzeln.
00:00:05: Aber andersrum ist es jetzt nicht so dass sich mich da in Grund und Boden schäme sondern eher denke schon okay was ich da gesagt habe gerade gibt's doch gar nicht.
00:00:14: das ist der Song hat eine gewisse Leichtigkeit.
00:00:23: Doch mit dem Erfolg kommen auch die Schattenseiten.
00:00:35: Ich hatte irgendwann sogar tatsächlich einen Magenspür, weil diese ganze Rumreiserei und dann kam Essen immer zu kurz und naja man hat auch relativ viel gefeiert und dann auf der Showpartie hier und da und jemand schlug Alkohol usw.
00:00:49: Also das Leute liebt mich gut kann man bei uns selten.
00:00:51: Sie ist gar nicht gut aus.
00:00:53: Irgendwann zieht der Dortmunder die Reißleine,
00:00:55: der Musik
00:00:56: bleibt er trotzdem treu.
00:00:57: Jens Albert bei mir zu Gast.
00:00:58: ich bin Hacker Kretschmer seit über dreißig Jahren Lokaljournalistin und das ist mein Dortmund.
00:01:03: schön dass ihr dabei seid.
00:01:14: Ja herzlich willkommen Jens Albert!
00:01:15: Ja schönen guten Tag.
00:01:16: hallo
00:01:17: Wie wirsten du eigentlich lieber genannt?
00:01:18: Jens oder der Wolf?
00:01:20: auch du?
00:01:21: das ist mir eigentlich relativ egal.
00:01:23: Ich überlasse den Leuten immer selber.
00:01:25: Es gibt Leute die sagen, ich finde das merkwürdig dich Wolf zu nennen.
00:01:29: Und jetzt andere die sagen wie war es Jens?
00:01:32: Das finde ich aber eher ein bisschen merkwürdig.
00:01:33: Was kommt denn häufiger Jens oder Wolf?
00:01:36: Das hängt immer davon ab.
00:01:38: also ist ja so in der Hip-Hop Szene zum Beispiel da hat jeder irgendwo seinen Nickname ob er Rapper ist oder DJ oder Graffiti Maler.
00:01:48: und da ist es auch so dass sich die Leute eher mit ihrem Nickname ansprechen und bei manchen ist dann so nach Jahren erfahre, woher du heißt Fabian?
00:01:58: Fabian passt ja überhaupt nicht so.
00:02:00: Und dementsprechend für mich ist es eigentlich ein bisschen dasselbe.
00:02:03: Es gibt auch schon mal Leute die fragen Ja wie viel Wolf steckt denn im Jens?
00:02:07: und umgekehrt.
00:02:08: und dann muss ich mal sagen Eigentlich ist es gar kein großer Unterschied.
00:02:11: Ist eigentlich nur ein anderer Name und auch so die Texte die ich schreibe ist eigentlich so ein öffentliches Tagebuch.
00:02:18: also das ist ja Der Wolf ist jetzt nicht eine Kunstfigur, in die ich dann schlüpfe.
00:02:23: Sondern ... Ich hätte es komisch gefunden, mich MC Jens Albert zu nennen.
00:02:27: Und der Wolf?
00:02:28: Wo kommt der Name denn her?
00:02:29: Wolltest du vorhin schon den Wolf genannt?
00:02:31: Ja
00:02:31: das war ein Spitzname von Jungs aus meiner WG.
00:02:37: Ich musste mir mal wegen so einer Wette den Baden bisschen wachsen lassen.
00:02:40: Das sah wohl etwas verwegen aus und ... Dann hieß es irgendwie ja der Wolf-Man Ja, jagt alleine aber lebt im Rudel und das hat sich dann ein bisschen durchgesetzt.
00:02:53: Und als ich halt angefangen habe, im Studio bei Klick Musik meine ersten Sachen aufzunehmen, dann fragte mich irgendwann ... wie nennst du dich denn eigentlich?
00:03:02: Und da hatte ich nämlich immer Wolfmann den Wolf der Wolf und er meinte ja so, der Wolf ist doch super.
00:03:08: Nehmen wir ihn!
00:03:09: Und den Wolf, also der Wolf.
00:03:11: Den gibts jetzt seit dreißig Jahren... Du feierst nämlich in diesem Jahr Jubiläum vor dreißzig Jahren wo der Titel Gibs doch gar nicht veröffentlicht!
00:03:17: Wie stehst du mittlerweile zu dem Song?
00:03:19: Magst du ihn noch selber gerne performen?
00:03:21: Ja es ist tatsächlich so dass ich den immer noch sehr gerne performe und ich habe auch schon mal mit anderen Künstlern gesprochen die zu ihren ersten Alpen zum Beispiel das sie sagen boh nee lass mal und ach ja aber mir geht das nicht so.
00:03:36: Also wenn ich so mein komplettes Erstes Album nochmal so durchhör, muss ich hier und da ein bisschen schmunzeln.
00:03:42: Aber andersrum ist es jetzt nicht so dass sich mich dein Grund-und-Boden schäme sondern er denke schon okay was ich da gesagt habe.
00:03:51: Ja und gerade gibt's doch gar nicht das ist... Der Song hat eine gewisse Leichtigkeit.
00:03:56: Ich hab' jetzt auch grade ne neue Band wieder.
00:03:58: Wir nennen uns Jugendzentrum Verwachsene Und da ist auch mein Kollege T. Rowe dabei.
00:04:04: der hat seinerzeit mit der Band Jackpot den.
00:04:07: Da gab es einen Contest für eine Dortmund-Song und diese Ben Jackpot hat den gewonnen.
00:04:13: Und der T-Row, der Rapper von denen mit dem habe ich schon viele Auftritte zusammengemacht.
00:04:18: Ja und mit dieser Band performen wir jetzt auch wieder gibt's doch gar nicht und hab' ich schon mal mehr in Bands gemacht und er lässt sich auch so fluffig spielen.
00:04:26: Also das ist einfach ein angenehmer Song Der macht einfach richtig Spaß immer noch.
00:04:31: Es ist so dass ich inzwischen auch drei neue Strophen für habe.
00:04:35: Du hast ja auch eine neue Version hier vorliegen und inzwischen gibt's glaube ich acht oder neun verschiedene Strophen zu dem Song.
00:04:42: Okay, genau da hören wir jetzt mal rein.
00:04:45: Gibt es doch gar nicht!
00:04:46: In der neueren Version.
00:04:47: Hier ist der Wolf bei Radio einundseh
00:04:52: zwei.
00:04:57: Yo, was ist das?
00:04:59: Gibt's auch gar nicht!
00:05:09: Ja, ich steh in der Disco und denke gibt's so gar nicht.
00:05:11: Die Frau da vorne ist echt voll der Burner-Fahrlich!
00:05:14: Sie ist ein Modell, finde ich im Gespräch raus.
00:05:17: Aber hey, ich sehe auch nie ganz so stich aus.
00:05:19: Auf jeden Fall Ich bin jetzt mit ihr zusammen Auch wenns alles gar nicht so easy war von Anfang an Der Night der Kollegen Und nicht zuletzt ihrem Job Denn sie ist halt'n kleiner Ständer Und ich bin Hip Hop.
00:05:28: Ihre Leidenschaft gilt Schminke und Klamotten Und ich muss mich vorbeherrschen, sie dafür nicht zu versponten.
00:05:33: Sie ist zwar erfolgreich, doch irgendwann checkt sie.
00:05:35: Baumarktwerbung Find ich nicht so sexy.
00:05:37: Gut aussen... Ist ja top, aber nicht alles.
00:05:40: Außerdem ist aussehen auch relativ was hier der Fall ist.
00:05:42: Models haben eine gute Figur hatte ich angenommen doch sie hat mit dem Storch gepuckert und die Schnee gewonnen.
00:05:47: Dicke Beats und dünne Frauen finde ich auf jeden geil Doch Geistig limitiert und zu dünn.
00:05:51: eher im Gegenteil.
00:05:52: Mit High Heels ist sie größer als ich Und ich bin schon ein Sieben Achtzig.
00:05:55: echt Das gibt's noch gar nicht Gibt es auch gar nicht?
00:06:00: Ah yes!
00:06:00: Gibt's auch gar nix.
00:06:01: Joa das gibts dann gar nichts.
00:06:09: Was gibt's da?
00:06:11: Gibt es doch gar nicht!
00:06:15: Ich sitze in der Bahn nach Hause und denke, gibt's doch gar nicht.
00:06:17: Warum guckt der Typ da drüben immer rüber?
00:06:19: Meint er mich ganz offensichtlich?
00:06:21: Er kommt zu mir und setzt sich.
00:06:22: Er grinst mich an und sagt zu mir Irgendwo erkenn' ich dich.
00:06:24: Bist du nicht der Wohl?
00:06:25: Ich sage Jo!
00:06:26: Er sagt echt Gibt es doch gar nichts.
00:06:27: Cool.
00:06:28: Doch Frau Schmidt war richtig schlecht.
00:06:29: Ich sag Verstehe, er sagt Warte hier, guck mal.
00:06:31: Und ich muss gestehen Dass ihm die Überraschung geslückt war.
00:06:34: Wer hätte das gedacht Eben noch so ein Schameur.
00:06:36: Doch jetzt zeigt mir sein Ausweis Der Typ ist Kontrolleur.
00:06:38: Er fragt Warst Du echt wegen schwarz-fran im Knall?
00:06:41: Ich sag Leider!
00:06:42: dass er den Wohl fragen kann, dürfte ich jeden Fahrschein mal sehen junger Mann.
00:06:48: Er meint's echt ernst, doch ich denke was solls und zeig' ihm einen Kurzstrecken-Ticke ganz stolz!
00:07:01: Gibt's doch gar nicht.
00:07:30: Ja, ich hör Radio und denke gibt es doch gar nichts.
00:07:33: Es läuft Semite lützt danach sieht und ich freu mich.
00:07:35: Vor ungefähr dreißig Jahren war das nicht so Nicht im Funk, nicht im Fernsehen auch nicht in der Disco.
00:07:40: Da fing es gerade erst an hier in Deutschland.
00:07:42: Man war ein Exot, wenn man gefallen an dem Zeug fand Hip Hop und Reggae auf Deutsch fast und denkbar.
00:07:47: Doch heute ist vielen klar was das nun geschenkt war.
00:07:49: Nicht dass ich war's gegen Rock'n Pop-Habel Doch ich war geflasht von der neuen Klangfarbe.
00:07:54: Fünf Sterne, eins, zwei, Gentleman Was weiß ich?
00:07:56: Too strong.
00:07:57: Und die Beginner und der Wolf mit gibt´s doch gar nicht Gibt´s auch gar nicht.
00:08:01: Oh yeah!
00:08:01: Gibt's noch gar nicht.
00:08:02: Yo ne BOLF Gibt'S auch gar nix.
00:08:04: Yo back want to gain Gibt''s auch Gar nix.
00:08:07: Yeah Gibt's doch gar nicht.
00:08:09: Gibt es doch gar nix?
00:08:12: Gibt das!
00:08:13: Gibts doch gar nichts?
00:08:14: Ja, ich hoffe du weißt... Gibt´s doch Gar
00:08:28: nix?!
00:08:28: Gibt'ts doch garnicht!
00:08:29: Der Wolf, dreißig Jahre ist dieser Titel alt und im September gibt´s ein Jubiläumskonzert in Fritz Henzlerhaus.
00:08:34: ne?
00:08:35: Ganz genau ganz genau.
00:08:36: wir machen da so eine Partyreihe Das heißt der Auftritt mit der Band wird dann vor einem Discoabend sein.
00:08:44: Ich bin ja auch DJ eigentlich schon länger DJ als ich Rapper bin.
00:08:47: Und genau im September, neunzeigstechsundneinzig kam der Song nämlich raus.
00:08:52: Ja, dreißig Jahre ist er jetzt alt!
00:08:54: Wie weit oben war der damals in den Charts?
00:08:57: Lustigerweise war der gar nicht so weit oben.
00:08:59: also die höchste Platzierung war Platz fünfzwanzig aber der war sehr lange ein Charts.
00:09:04: Also der Chart Entry war dann auf Platz neun achtzig da ging es einfach einen Sechzig und humm und hängen das irgendwie in die Topdreißig und hielt sich dabei superlange ging aber nie in die Top-Twenty oder Top-Ten.
00:09:18: Ja, habe ich jetzt auch nicht so einen Wert drauf gelegt weil es ging eher darum ja dass er ein gewissen Bekanntheitsgrad hat.
00:09:25: Den hatte er also damals, sechsundneunzig kannte den jeder.
00:09:28: Definitiv!
00:09:29: Und das ist auch immer noch abgefahren, dass heute Leute den noch irgendwie im Ohr haben und auf was jünger Leute damit trifft.
00:09:38: Ich spreche dann teilweise mit Leuten... Ich mache ja so eine Show bei Twitch WolfTV.
00:09:44: Und da treffen wir uns immer mit ein paar Rappern und ein paar DJs, dann streamen wir live und freestylen ein bisschen und legen auf und so.
00:09:50: Das sind teilweise Leute dabei die sind dann geboren weiß nicht neun neunneunzig oder so.
00:09:55: Die gönnen trotzdem noch der Titel?
00:09:57: Ja!
00:09:57: Die haben den irgendwo im Ohr oder beim Radio gehört.
00:10:00: und wenn man überlegt die sind drei Jahre geboren nachdem der Song rauskam das fühlt sich ein bisschen surreal an.
00:10:07: also Die Zeit verfliegt wirklich, also mir kam es nicht so lange vor und dreißig Jahre hört sich erstmal sehr groß an.
00:10:14: Ist das ja auch aber kommen wir nicht so vor?
00:10:17: Dann gab's ja kurz danach, gab's Ja oh shit Frau Schmidt, dann zweiter großer Erfolg.
00:10:22: Und man muss sagen du warst auf einmal ein Star.
00:10:26: Ich
00:10:26: muss so bescheiden.
00:10:28: Dich kannte man, ne?
00:10:30: Wie hat sich das bemerkbar gemacht?
00:10:31: Naja das hat sich so bemerker gemacht dass wenn man rausgegangen ist Sei es jetzt in der Fußgärzung oder irgendwo an der Disco.
00:10:40: Dass Leute einen halt veransprechen und sagen, ich kenne dich so bist du der Wolf von hier und gibts da gar nicht und so.
00:10:46: Ja dass man Autogramme gibt und so... Ich meine klar mein Ziel war und ist es natürlich über die Musik erfolgreich zu sein um bekannt zu sein.
00:10:57: Ist jetzt aber nicht so das ich da so ein Riesen Wert drauf lege jetzt irgendwie wie ein Star behandelt zu werden dann bin ich glaube ich klassischer Hochgebietler.
00:11:04: Ich freue mich natürlich über Zuspruch.
00:11:09: Es ist auch tatsächlich heute noch teilweise so, also natürlich weniger zu der Zeit wenn man dann ja bravo ist und ich war bei Harald Schmidt und bei Stefan Raab und hey.
00:11:20: Allerdings ist es so das bedeutet mir eigentlich fast mehr dass mich Leute manchmal einfach an der Stimme erkennen.
00:11:27: Und das ist mir eigentlich wichtiger als das Aussehen weil am Ende ist man ja irgendwie Musiker Ja, ein auditives Ding und ja.
00:11:38: Also teilweise ist einfach bisschen beschämend wenn Leute dann vor allem stehen und sagen ja hier und da können wir mal Fotos machen und so.
00:11:45: aber natürlich fühlt sich es einfach auch gut an.
00:11:48: Du hast
00:11:48: ja auch ich mein du hast ja aufdrückt in der Besfeileneinheit gehabt von fünfzehntausend Menschen.
00:11:53: das muss doch hammer gewesen sein.
00:11:55: Ja das war schon auch ein bisschen einschüchternd tatsächlich weil Wie gesagt, gibt's doch gar nicht.
00:12:03: Mitte September dann in die Schatz gegangen und da kam so ein Monat später die Anfrage für die Einz-Live-Silvesterparty in der Westfalenalle Und dann hieß es auch noch ja direkt um zwölf wird runtergezählt Countdown und dann startest du eine Minute nach zwölft praktisch da rein Für
00:12:21: dich wahrscheinlich das erste Mal vor so vielen Leuten auf der Bühne zu sehen?
00:12:23: Ja definitiv.
00:12:24: Also man klar ich hatte vorher auch mal Auftritte im Jugendzentren und was kleineres Da kamen da auch ein paar größere Auftritte schon.
00:12:32: Aber dann, wie gesagt, wir waren alle vor fünfzehntausend Leuten.
00:12:36: Also gibt es noch einen Aufzeichnummer YouTube und dann merkt man mir meine Nervosität auch so ein bisschen an.
00:12:41: wenn man mich nicht kennen bleibt
00:12:42: doch nicht aus Mensch Ja
00:12:44: aber klar war ein unglaubliches Erlebnis.
00:12:46: ja
00:12:47: Wie sah damals so dein Tagesablauf aus?
00:12:50: Teilweise ist es echt weniger glamourös als man sich das vorstellt.
00:12:54: Es war dann immer so zu der Zeit Dass ich so alle zwei bis vier Wochen, habe ich Post gekriegt von der Plattenfirma.
00:12:59: Von einer Promotion Abteilung.
00:13:02: Ein ziemlich dicken Brief.
00:13:03: oder waren dann so abläufig und so.
00:13:05: Schedules?
00:13:06: Oder ein Stand... Okay!
00:13:07: Ja, abholen, zehn Uhr morgens Montag zum Flughafen, dann Flug nach München Dann erst das Interview um zwölf Münchens und so Und dann Interview zwei um dreizehn Uhr und dann war und dann abends zehn ins Hotel Abfahrt nächsten Tag neun Uhr Und dann geht's nach, weiß ich nicht, Freiburg und weiter.
00:13:28: Dann war man teilweise zwei Wochen am Stück unterwegs und hat kaum Musik gemacht sondern eigentlich fast nur Interviews gegeben und Fotos gemacht.
00:13:37: Irgendwann war es so wenn ich zum Briefkasten gegangen bin die Post aufgemacht habe da war mir ein dicker Brief drin.
00:13:42: von einer Plattenfirma dachte ich oh nee jetzt wieder eine Rumgurken... Wie gesagt man macht relativ wenig Musik sondern man spricht eher über.
00:13:52: die Musik ist auch okay.
00:13:53: Ich spreche ganz gerne, ich bin ja auch Reffer.
00:13:57: Bin nicht auf den Mund gefallen unbedingt.
00:13:59: Aber irgendwann dachte ich mir, dass ich da keine Auftritte hatte.
00:14:03: aber ich hatte das Gefühl es geht viel mehr ums Erzählen und das war dann schon teilweise ein bisschen anstrengend.
00:14:09: Und irgendwann hast du die Notbremse gezogen?
00:14:12: Wie lange hast du das mitgemacht und wann hast du gesagt so jetzt muss ich was ändern?
00:14:16: Also das war tatsächlich so klar.
00:14:18: eine Plattenfirma sieht's natürlich so.
00:14:20: man nannte das früher noch nicht Reichweite und es gab auch kein Internet.
00:14:23: Aber die Reichweite entstand eben durch maximal viele Auftritte im Radio, im Fernsehen in Printmedien.
00:14:31: Und die haben sich das natürlich gedacht hier öfter der irgendwo zu sehen ist und zu hören, dessen mehr Platten verkaufen wir.
00:14:37: Das ging dann soweit dass ich mal so Sachen war wie Hansmeiser oder Arabella also so Shows wo ich auch dachte was mache ich ja eigentlich?
00:14:46: Die hatten auch gar nichts mit Musik zu tun und hab das erstmal alles mitgemacht.
00:14:50: Es war auch spannend auf eine Art.
00:14:53: Aber irgendwann dachte ich mir, das geht in eine Richtung, die ich eigentlich ein bisschen merkwürdig finde.
00:14:58: Und dann haben wir mein zweites Album produziert.
00:15:01: Der hörte sich... der war auch so'n bisschen... Also ist nicht einer meiner Favorite Songs von mir selber.
00:15:06: Am Ende habe ich alle meine Kinder lieb, klar?
00:15:09: Aber der hört es sich so'nn bisschen an wie so ne gewollte Mischung aus Frau Schmidt und gibt's doch gar nicht!
00:15:14: Und er wurde auch nicht so erfolgreich.
00:15:16: Die Plattenfirma wollte aber unbedingt auf dieser Welle weiter reiten.
00:15:22: Das führte zunehmens dazu, ich hatte irgendwann auch sogar tatsächlich einen Magengeschwör.
00:15:27: Weil diese ganze Rumreiserei und dann kam Essen immer zu kurz und naja man hat auch relativ viel gefeiert und dann auf der Shoppartie hier und blau und jemand schlug Alkohol usw.
00:15:38: Und das alles zusammen dazu geführt auch so ein bisschen dieser seelische Unmut dass ich tatsächlich irgendwann einen Maggeschwör hatte voll abgenommen und sah auch irgendwann ein bisschen ungesund aus.
00:15:48: also das Leute die mich gut kann waren bei den selben Sieht gar nicht gut aus.
00:15:52: Du
00:15:52: bist dann irgendwann weg von den Labels, aber das muss doch auch ein Knick in deiner Musik-Karriere gewesen sein?
00:16:00: Na ja klar!
00:16:01: Auf eine Art schon.
00:16:02: und dass Leute sagen man hört nichts mehr von dir im Radio ist natürlich auch irgendwo schade.
00:16:09: Und da blieben die Auftritte wie in der Westfalen raus.
00:16:13: Ich sag mal so ich habe das Glück, dass Musik grundsätzlich bei mir im Leben eine große Rolle spielt als Rapper, also ich habe als DJ angefangen und hab dann einfach wieder sehr viel mehr aufgelegt.
00:16:27: Und das machst du auch heute noch nicht?
00:16:28: Ja
00:16:28: genau!
00:16:29: Ich hab gestern noch im Café Bananen aufgedeckt auf der Rheinischen Straße.
00:16:33: Und sonst wo sind deine Auftritte?
00:16:35: Ja hier in der Großmarktschenke, in Dortmund auch, dann in Bochum teilweise... Also wo ich so gebucht werde.
00:16:45: Es hat jetzt so ein Biergarten aufgemacht da einer Kokerei Hansa Und je nachdem wie das Wetter ist, lege ich da also ein bis zwei mal die Woche auf.
00:16:55: Das macht auch Bock!
00:16:56: Was
00:16:56: ich ja auch sehr spannend finde.
00:16:58: du bist Musikduzent heute.
00:16:59: Joa!
00:17:00: D.h.,
00:17:01: Du bringst Schülern das Rappen bei?
00:17:03: Ja, rappen und auflegen.
00:17:05: Also DJ'n.
00:17:06: Okay...und
00:17:06: dann gehst Du an Schulen?
00:17:08: Schulen, Jugendzentren Dann können Schülerinnen sich aussuchen, wollen wir eher Rap machen?
00:17:16: Wollen wir DJ machen?
00:17:17: und dann gibt es manchmal zwei verschiedene Gruppen.
00:17:19: Manchmal mache ich das auch mit den anderen Dozenten zusammen, dass ich nur den DJ-Part mache und er macht den Rap-Part.
00:17:24: Ja man fängt da bei der ersten Stunde die erste Klasse an.
00:17:28: Da machen wir doch mal eine erste Stunde klasse.
00:17:31: Drei Tipps von dir für mich wenn ich jetzt mal rappen will was würdest du mir raten?
00:17:36: Als erstes frage ich immer Hast du schon mal ein Instrument gespielt?
00:17:41: Jetzt kommt es Blockflöte als... ich könnte noch nicht mehr, so als Kind muss dich.
00:17:45: Okay, immerhin.
00:17:48: So nett gesagt!
00:17:50: Hey besser ist nichts weil jetzt geht mich darum man muss Musik auch ein bisschen verstehen.
00:17:54: wir sprechen zum Beispiel von einem Vierviertel-Takt und dass eine Zeile einen Tag lang ist.
00:18:00: aber ein Takt ist eins zwei drei vier der nächste Takt Und innerhalb dieser zwei Takte sollt am Ende ein Reime stehen.
00:18:09: Ok Zum Beispiel, ich bin der Jens, bin bei eintunzigzwei.
00:18:15: Schön dass ihr da seid, seid doch mit dabei!
00:18:19: Erst mal auf ganz simpel.
00:18:21: und das man eben die Struktur einhält.
00:18:24: Dass der erste Satz nicht zu lang sein darf aber auch nicht zu kurz.
00:18:27: Dass man die Länge der Silben abcheckt dann nimmt man manchmal einen Wort weg macht eins dazu.
00:18:32: Das halt die Metrik auch stimmt Ja.
00:18:36: und dann kommt man so von Höchstgen auf Stöckstgen.
00:18:39: Und ein ganz wichtiger Tipp ist, dass ich sage wir brauchen Thema.
00:18:43: Man kann natürlich einfach drauf losreppen.
00:18:45: Ich bin der und er, ich komme da unterher.
00:18:49: Aber um jetzt einen Text zu schreiben, der sagen mal drei Strophen lang ist, brauchen ja irgendwas worüber man schreibt.
00:18:55: Wie kommst du denn so auf deine Themen?
00:18:56: Loryo
00:18:57: hat mir gesagt Ideen braucht noch jemanden den nicht erlebt.
00:19:00: also es begegnet mehr Dinge Die mir entweder positiv auffallen oder mit negativ auffalen, die mich beschäftigen... ...die mir immer wieder begegnen.
00:19:10: Bist irgendwann einen Punkt kommen wo ich denke, da muss ich ein Song drüber
00:19:12: schreiben.".
00:19:13: Was war so?
00:19:14: das letzte Thema was du geschrieben hast?
00:19:17: Ja ich mache ja gerade mit meinem hochgeschätzten Musikerkollegen Mambo Kurt habe ich eine Platte und dann ist es so er covered her Songs und so haben wir's auch gemacht.
00:19:26: Wir covern deutsche Rap-Klassiker aus verschiedenen Epochen also Old School wie New School Und haben dann aber auch gesagt, ja komm wenn wir schon fünfzehn Cover Tricks machen.
00:19:36: Wir sind ja auch Musiker und da müssen wir auch ein eigenes Song machen.
00:19:39: So!
00:19:40: Da hatte ich nämlich eine Idee der heißt Fonky-Fünfzig und da geht es eben um das Thema Alter.
00:19:47: Es gibt ja den schönen Ausspruch Alter ist relativ von das so ein bisschen abgedroschen.
00:19:52: Es gibt auch Leute, die sagen ja du bist jetzt fünfzig.
00:19:55: Das heißt eigentlich müsstest du jetzt dies und müsste es jetzt das und wird sie eigentlich immer noch mit sechzig solche Schuhe tragen und willst nicht mehr.
00:20:02: Und das macht man in dem Alter doch nicht mehr und kommst dir nicht ein bisschen doof vor und so.
00:20:07: Und irgendwann ging das ziemlich auf den Senkel weil ich mir dachte warum muss man etwas tun?
00:20:12: Weil man so und so alt ist.
00:20:13: Und dass ist eine Art... Ist jetzt ein bisschen weit gegriffen.
00:20:17: darum geht's in einem Song da.
00:20:18: ich sage das ist eigentlich auch ne Vorverurteilung als wenn man sagt Frauen sind immer so Alle Türken sind so, alle Schwarzen sind so.
00:20:25: Im Grunde ist es noch Individualität!
00:20:28: Du sprichst mir sehr aus dem Herzen und deswegen – wir hören da jetzt natürlich mal rein in einen deiner neuen Songs – der Wolf.
00:20:34: Danke für den Besuch bei Radioitei.
00:20:35: Ja, funky-fünfzig
00:20:36: und rock'n den Schild.
00:20:50: Bei einem Stereotypen-Meyon kommt er noch mit in den funky-Fünfzig!
00:20:57: Und nimmt man auf uns bis so.
00:20:58: Von Lühne am Festival und auch in der Disco.
00:21:01: Funky-Funftzig, die Kaffee der zwei Herzen.
00:21:03: Achtzehn Uhr ohne Alten im Scherz.
00:21:05: Ja, früher ist die Bummestiefe noch aus Lederbahn.
00:21:08: Und zum Frühstück gab's dann Trockenbrot und Leber dran.
00:21:10: Wir sind doch ohne ein Tutorial Die Bäume hochgeklettert und mit Achtzieh auf dem Biobike die Berge hoch gebrettert.
00:21:15: Ist natürlich voll der Bullshit.
00:21:17: und Schönerin War nicht alles besser früher, man war nur dran gewöhnt.
00:21:20: in Jedes Handy kann mehr als damals ein Rockman Aber ne Vinyl-Platte knallt mehr als jeder Seekorken.
00:21:25: Man wird dich automatisch schlau'n nur weil mein Ernst anbiert.
00:21:27: Manch ältere sind noch herverwirrt Und haben noch nie die Welt kapiert.
00:21:29: Andersrum hast du nicht automatisch Stumm darunter, niemand ist vor allem gemeinerung.
00:21:33: Ich glaub', das sind die wie nur.
00:21:34: ich glaub' ans Kollektiv, yo!
00:21:36: Each one, each one Egal wie jung oder alt wir gucken, Niemand schiebt an.
00:21:39: Nur was man drauf hat is dass, was er dann ausmacht Weil Alter nix rausdacht.
00:21:42: und auch wenn hier uns auswählen Und das ist auch gut so!
00:22:10: Der muss mit der Zeit gehen.
00:22:34: Die Kraft der zwei Herzen.
00:23:05: Der Wolf Jens Albert.
00:23:06: Spannende Lebensgeschichte finde ich mit vielen Hochs und Tiefs.
00:23:09: Und schön, dass er immer noch Musik macht!
00:23:11: Mein Dortmund der Podcast abonniert ihn gerne.
00:23:14: dann verpasst ihr keine neue Folge.
00:23:16: Ich bin Henker Kretschmer macht's gut.
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